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Kurztrip zum Piz Bernina

unglaublich, 8 ½ h von Magdeburg gibt es ein Bergsteigermekka mit allem was man so braucht: Eis, Fels...Genau das richtige für einen kurzen Ausreißer drei verwegener Gesellen (Fritschi, Matze u. Meinereiner) aus dem Flachland.
Im Talort Pontresina (1900 m) gibt es einen lauschigen Zeltplatz mit Blick auf die schönste Kulisse in den Alpen, die drei 3 Grate vom Piz Palü. Eigentlich war der Ostgrat unser Ziel, aber es fehlte der vierte Mann. Deshalb die „Alternative“, der Biancograt am Piz Bernina.
Den Zeltplatz übersprangen wir und sind direkt, an der Hütte (2450 m) vorbei, zum ersten Biwak auf ca. 2600 m gewandert, Geldmangel erlaubten leider kein Bier und Matratze. In der Höhe gibt es bereits kein Holz mehr und so wurde es schnell kalt, so dass die abendliche Konversation nur noch im Schlafsack möglich war.
Von hier sind wir am nächsten Morgen auf Schotterpfaden bis ca. 3100 m gewandert und dann geht’s noch mal ca. 300 m durch ganz leichte Kletterei (ca. 2) zur Bovallücke [Fourcla Boval (3347 m)]. Es stecken sogar einige Bohrhaken.
Zum Eingehen sind wir auf den vergletscherten Piz Morteratsch [3754 m] gestiegen,„außer To-bi, der kurierte seine Höhen-Pho-bie“. Im Ernst, Tobi hatte wieder mal seine Anfangsübelkeit und hat lieber in der Lücke gewartet. Die wenigen Spalten zum Gipfel sind erkennbar, so dass wir ohne Rucksack und Seil zur Aussichtsplattform steigen konnten.
Der Morteratsch ist „der“ Panoramaberg. Wir konnten schon mal auf den Biancograt sehen und das bei Windstille und Sonnenschein.

Weg
Anstieg

Piz Morteratsch
Piz Morteratsch

Nach dem Absteigen in die Bovallücke querten wir auf die andere Talseite und suchten uns dort einen Platz für unser Zelt nah am Einstieg zum Grat. Die einzig mögliche Stelle war ein vorspringender Erker rund 2*2 m groß. Da saßen wir nun zu dritt auf dem 1 m² großen Kochplatz mit grandioser Sicht auf den herunterbrechenden Gletscher und den Biancograt und schmatzten Selbstgewärmtes.

Tiefblick
Tiefblick

Aufstehen war um 3 Uhr und zu dieser Zeit kamen uns schon die ersten Kopflampen entgegen gewackelt. Die Jungs kamen von der Tschierva Hütte [2573 m] und hatten da schon 500 hm in den Waden. Wir haben uns den Locals angeschlossen und waren in kurzer Zeit am Einstieg. Der ist ein ganz leichter Klettersteig und danach klettert man ca. 100 m immer mal Schnee und Fels [ca. 4]. Darüber geht’s mit einem breiten langen Schneegrat weiter, für den wir vielleicht 2 h brauchten. Der Grat sieht von der Seite wahrhaft heldisch aus, ist aber absolut gutmütig, immer breit und sicher.

Biancograt
Biancograt

Kurz vor dem Gipfel wird´s dann schmal und felsig [ca. 3] und wir kletterten die meiste Zeit horizontal an der Gratschneide entlang. Mit uns zwei unangeseilte Kameraden, sichtbar wackelig. Plötzlich rutscht einer ab und wird nur durch Zufall durch einen Tritt einen Meter tiefer gestoppt. Da rutscht das Herz in die Hose.

ohne Worte
ohne Worte

Plötzlich waren wir am Gipfel. Der besteht auch nur aus einer Schneide, so dass wir lässig die Beine in die Täler baumelten und die Stulle in den Mund schoben. Abgestiegen sind wir über den Spallagrat, der sich als ziemlich schmaler Schneegrat entpuppte und zwei Abseilstellen besitzt. Auf der darunter gelegenen Marco e Rosa Hütte hatten wir dann die Nacht geplant. Die Hütte war aber von den anstürmenden Spallagratgängern überbelegt (Freitag!), so dass wir noch 5 h zur nächsten Zeltmöglichkeit absteigen mussten. Unter dem Fortezzarat mitten im Persgletscher gibt es die Isla Pers, eine Felsinsel auf der es einige gute Zeltmöglichkeiten und Wasser gibt.
Hier haben wir dann noch mal geschlafen und von Bier geträumt...

Steinmännchen
das größte Steinmännchen der Welt

Moral der Geschicht:
-  Berge sind hier nicht so hoch, lassen sich ohne große Anpassung ersteigen und super Sicht
-  50 m Seil hilfreich, erspart das Abklettern; Steigeisen, Picke, Bandschlingen
-  Geld verdienen, dann auf Hütte futtern

Falls ihr Infos zu den Begebenheiten im Gebiet braucht meldet euch bei mir.  Gruß  Achim (erstellt am 23.12.2008)

 

Kommentare

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