[ Klettern > Blog-Zone ]

Felsen, Felsen und noch mal Felsen...

Besessene Wandakrobaten schreiben über ihre Ausflüge vom Wochnende und alles was sonst noch so dazu gehört. Falls ihr euch auch zum bloggen berufen fühlt, dann meldet euch einfach bei Guido (alias eremit). Gastbeiträge sind ebenfalls erwünscht. Bitte beachtet auch unsere Hinweise für Blogger! Dann mal viel Spaß...

Suche

Grillorgie ohne Ende!
Von eremit - 10.04.2012 Grillorgie ohne Ende!

(09.04.2012 von muskelpeter)

Die letzten Märztage nutzend ist wieder eine hoch motivierte Gruppe unserer Sportsfreunde aufgebrochen, um den vertikalen Gelüsten im Sarcatal zu frönen. Im vollgepackten Auto fand sich Platz für ein ambitioniertes Kletterduo mit den Decknamen Jule B. und Stefan G. Ebenfalls stiegen die zwei legendären Hoch- und Schwerkletterer des Bigwallteams MD hinzu. Dieses sensationelle Team bestehend aus Muskelpeter und Techno-Achim wollte neue Maßstäbe setzen. Am zweiten Tag tauchten dann überraschend ebenfalls die hinterher gereisten Klettergroupies , die hier jedoch nicht geoutet werden, zum Erstaunen aller Beteiligten am Basislager in Arco auf. Am dritten Tag ereignete sich eine glückliche Koinzidenz, indem ein viertes unabhängig von unseren Protagonisten angereistes Pärchen aus Magdeburg aufgestöbert wurde (Miriam + Stefan).

 Unser erstes erwähntes Duo überwand während des Aufenthaltes erfolgreich mehrere anspruchsvolle Anstiege:

  • „Aspettando Martino” (5c, 5a obl., 6 Sl, S2, 180 m), sehr speckig,

  • „In memoria de Ugo Ischia” (VI, VI+, obl. VI-, 9 SL, 250 m),

  • „Isis“ (VI-, 4 SL, 150 m) und „Aganippe“ (VI-, 5 SL, 120 m), vor allem Aganippe ist ein echter Genussweg,

  • „Concordia“ (6a+, 5c obl., 8 SL, 250 m), tolle Tour mit schöner Piaz-Verschneidung und einem 6a-Riss, hier hat dann auch Techno-Jule im Vorstieg zugeschlagen,

  • nochmals „Aganippe“, Jule, Stefan und Stefan als 3er-Seilschaft.

Diese tüchtigen Alpinisten sind während des Aufenthaltes bis an die Grenzen ihrer moralischen und körperlichen Belastbarkeit gegangen. Weiter so!

Das Bigwallteam MD hatte sich unterdessen am ersten Tag an der anspruchsvollen Route: „Parete Nera“ (VII+, VI+ obl., 9 SL, 250 m) im Sektor San Paolo die Finger aufgewärmt, um dann am zweiten Tag die sehr klassische und traumhafte Route „Tyszkiewicz 1804“ (VII+, VI+ obl., R1, 7 SL, 220 m) am Colodri zu bezwingen. Es folgte ein Hochgenuss der Kletterkunst! Besonders die fünfte Seillänge mit einer Querung aus der Nische des Standplatzes (Foto 4) und einer darauf folgenden äußerst ausgesetzten Rissverschneidung mit fantastischen Handklemmern bot vollsten Genuss. Diese Route verdient drei Peter-Müller-Smileys für besondere Kletterei! (Foto 2 Achim am Ausstieg)

Der dritte Tag sollte dann nach der klassischen Route am Vortag die Eroberung einer großen Wand bringen. „L’aspettativa die mondi superiori” (VII+, VI+ obl., 700 m, 18 SL) war die auserwählte Schönheit . Der Klettertag begann sehr gut und eine Seillänge nach der anderen viel dem Kletterflow zum Opfer.  (Foto 3 am Standplatz). Neun todesmutige Daredevil schossen während des Kletterns tollkühn über die Köpfe der Felsliebhaber hinweg. Nach acht Seillängen erfolgte jäh das böse Erwachen. Aufgrund dreier Fehler im Topo – Route „Sole caldissimo“ zu weit links eingezeichnet, die Route kreuzt erst weitaus später die „Palma“, die Route dreht nach rechts, anstatt wie im Topo eingezeichnet leicht nach links – begaben sich die zwei Abenteurer in terra incognita. Nach zwei weiteren Seillängen durch brüchiges und anspruchsvolles Gelände mit dubiosen Standplätzen an Schlaghaken in brüchigem Fels wurde es zur Gewissheit! Da waren sie wieder ihre drei Probleme: nur Bruch, kein vernünftiger Stand und keine Ahnung, wie es weitergehen soll! Der letzte Stand bestand aus zwei Schlaghaken und einem losen Ballnut. Nach einigen Diskussionen und ausgiebiger Studie des Topos beschlossen die Abenteurer möglichst sachte abzuseilen. Der Stand wurde kurzerhand mit einem achter Keil von Black Diamond (in ganz Arco war später kein Ersatz für diesen Keil aufzutreiben!) hinter einer dünnen Schuppe und einer Kevlarschlinge, die auf einen runden nicht sehr solide wirkenden Felskopf gelegt wurde, fachmännisch vom mitgereisten Bauingenieur verstärkt. Die Schlinge hätte sicherlich super auf Reibung gehalten! Da bin ich mir ganz sicher. Beim ersten Abseilversuch wurde auch gleich notiert, dass sich der tragende Schlaghaken leicht, aber unverkennbar in Richtung des Biegemomentes bewegte. Also wurde umgehend beschlossen, den Bauingenieur zum Test der Bruchfestigkeit des Standes einzusetzen. Erwartungsgemäß hielt der Stand die Gewichtskraft aus und beide Aspiranten konnten sich in sichereres Gelände zurückziehen. Der Angriff auf den Gipfel war damit gelaufen. Es herrschte Unsicherheit über den richtigen Verlauf der anvisierten Route und es kam Zeitdruck auf, also musste notgedrungen vollständig abgeseilt werden. Beim Seilabziehen wurden riesige Geröllhalden losen Gesteins vom Berghang abgetragen. Beide Abenteurer mussten dabei mehrmaliges Trommelfeuer aus der Steinkanone über sich ergehen lassen. Glücklicherweise waren beide an diesem Tag die einzigen Besucher des riesigen Felsmassivs des Monte Brento. Elendig und zerrissen erreichten die Bigwaller den Bergfuß. In den ausgemergelten Gesichtern waren der Schrecken und die Tränen der Schmach eingebrannt!

Später stellte sich heraus, dass Kollege Grill offensichtlich seine klassische Route „Sole caldissimo“ (VII, VI+, VI A1, R4) saniert und deshalb zwei blinkende Bohrhaken in einer ansonsten lediglich und spärlich mit antikem Sicherungsmaterial (verrostete Haken und Holzkeile) versehenen riesigen Wand des Monte Brento die Protagonisten verführt haben. Verhext!

Für den vierten Tag wurden jedoch neue Heldentaten geplant. Um den Aufenthalt doch noch perfekt zu machen, musste eine sportliche Route im oberen Schwierigkeitsgrad erobert werden: „Totem e tabu“ (7a, 6b obl., S2, 7 SL, 180 m) am Colodri ein paar Meter links von der bereits erwähnten „Tyszkiewicz 1804“. Was für ein geniales Brett! Der Anstieg lieferte tatsächlich alles, was das Sportkletterherz zum Flimmern bringt. Sechstes Foto: Ein Mann wie eine Fels! Techno-Achim am Stand nach der dritten Seillänge (6a+). (Foto 1 Muskelpeter beim Genuss dieser Seillänge). Die ersten Seillängen liefen klasse, die 6c+-Seillänge (4. SL) war äußerst kleingriffig, technisch anspruchsvoll und glatt. Dann folgte die vermeintliche 7a-Schlüsselseillänge bestehend aus einer traumhaft überhängenden kleingriffigen grauen Wand mit bester Absicherung. Die folgende 6b+-Seillänge verlangte unseren Aspiranten dann nochmals vollen Einsatz ab und steht bezüglich gefühlter Schwierigkeit der Schlüsselseillänge in nichts nach. Zum Schluss standen die Genossen nun vor der letzten Seillänge. Es offenbarte sich eine diagonale Querung unter einem kleinen Dach gefolgt von exponierter Kantenkletterei. Da waren sie wieder ihre drei Probleme: kein Griff, kein Tritt und keine Ahnung, wie es weitergehen soll! Die Querung konnte nur unter Vereinigung allen Könnens und sämtlicher Kräfte nach mehrmaligen Versuchen in einer seltenen Mischung aus Riss-, Wand- und Körperverklemmerklettertechnik überwunden werden. Dem Vorsteiger entwichen lustvolle und frohlockende Jubeljauchzer! Anschließend kroch der Kollege völlig entkräftet dem Ausstieg entgegen. Diese Route verdient fünf Peter-Müller-Smileys für besondere Kletterei bei einer Skala von maximal drei Smileys! Die brillante Route bestand ebenfalls den kritischen Test von Techno-Achim. Sein Gefluche bezüglich der Schönheit und Homogenität der Route war im gesamten Sarcatal nicht zu überhören. Sprecht ihn darauf an! Er wird es Euch bestätigen.

Als Ausklang wurde am letzten Tag zum Akklimatisieren „Per Ela“ (VII, VI obl., 9 SL, 260 m) im Sektor San Paolo erklommen. Die ersten Seillängen der Route sind sehr schön, jedoch deutlich hart VII. Leider trüben die letzten Seillängen bezüglich Schwierigkeit, Festigkeit und Schönheit den Gesamteindruck ein wenig.

… bigwaller team will strike back again!

Ein Mal Bleau, immer (wieder) Bleau!
Von kackstift - 10.04.2012 - 1 Antworten Ein Mal Bleau, immer (wieder) Bleau!

(vom Michi am 04.04.2012)

Schlechtes Wetter, künstliches Gestein, weite Zustiege und langweilige Traversen...
haben wir alles hinter uns gelassen: das Auto vollgepackt bis unters Dach und ab
ins Boulderwunderland nach Fontainebleau. Nach über 12 Stunden Fahrt kamen wir gegen
3 Uhr nachts endlich an. Da hieß es dann nur noch schlafen um am nächsten Morgen
"gut" erholt den größten Abenteuerspielplatz für Groß & Klein und für Jung und Alt
zu erkunden. Für unseren ersten Ausflug haben wir uns einen blauen Parcour in Rocher
du Potala ausgesucht. Zur Eingewöhnung und, wie soll es auch anders sein, auch zum
obligatorischen 4b-Flash verkacken. Natürlich blieb es nicht lange nur bei Blau, so
dass schon bald die Finger brannten.
Am zweiten Tag ging es zu den bizarren Felsformen von L'Elephant und während Michi
und Christian am Klassiker Surplomp de l'Elephant kämpfen mussten, zeigte sich Jens
in hervoragender Frühform, flashte den Klassiker ebenso wie Le Pilier Droyer im
Vorübergehen und toppte schließlich noch nach einigen Versuchen Le Barre Fixe in der
7a+ Variante. Sehr zu empfehlen ist auch der 6c Highball La Directe du Râteau mit der
Crux am letzten Zug vorm Ausstieg.
Gestärkt durch gutes Essen, gutes Bier, die eine oder andere Runde Skat und vor allem
einer bequemeren Nachtruhe als in unserer ersten Nacht ging es am dritten Tag nach Bas
Cuvier, dem wohl bekanntesten Gebiet Fontainebleaus mit der ersten 6a, der ersten 7a
und der ersten 8a weltweit. So gingen wir auch geradewegs zu La Marie Rose, an dem
sogar ein gewisser tschechischer Wunderknabe im Flash gefallen ist, und versuchten uns
auf ihren Marmortritten zu halten und die Ausstiegssloper zu erreichen. Aber hey, für
Tradition muss man schon mal ein bisschen leiden können! Jens machte in etwa dort weiter
wo er am Vortag aufgehört hatte, kletterte Le Dragon (in der verkürzten 7a-Variante) in
nur wenigen Versuchen, während Michi auch in gefühlt 25 Versuchen am letzten harten
Zug gefallen ist. Nach weiteren gefühlt 35 Versuchen in La Chicorée gabs dann aber auch
für ihn die erste 7a in Bleau. Zum Empfehlen ist auch das sehr interessante Aufstehproblem
Maison de la Presse, welches mit 6c überbewertet ist.
Tag vier war als Ruhetag geplant und endete in endlosen Shoppingtouren (geht niemals hungrig
in einen Carrefour), endlosem Parkplatz suchen (Kultur... und wenns da schon so n Schloss gibt)
und - Achtung - endlosem entspannen am Fluss vor unserem Campingplatz. Abends wurde dann
quasi als Vorspeise unsere im Rausch gekauften Köstlichenkeiten dem eigenen Rausche zugeführt.
Käse und Wein, was will man mehr?!
Gut erholt, von der Fingerhaut abgesehen, und bestimmt n Kilo schwerer gings an unserem vierten
vierten Klettertag ins Kultgebiet von Cul de Chien. Michi hatte eigentlich nur zwei Ziele
für den Urlaub: Spaß haben und La toit de la Cul de Chien klettern. Ersteres war eigentlich
vorprogrammiert und zweiteres sollte in den kühlen Mittwoch Morgenstunden abgehakt werden.
Aber von wegen kühl, oben ohne Wetter und Sand wohin das Auge reicht, ganz davon abgesehen
das der Boulder in den Videos immer einfacher aussieht als wenn man dann drin hängt.
Wie bekomm ich nur mein Bein vorbei an der Hand zum Hook? Wie soll ich das 1-Fingerloch im Dach
blockieren?? Gut, jetzt hab ich die Tasche an der Dachkante, aber keinen Tritt und den nächsten
Griff erreicht nicht mal Jens statisch! Naja, es hat geklappt... zwar hat es Jens mal wieder
vor mir geschafft, aber trotzdem zufrieden ;-)
Anschließend haben wir uns noch das "Autre Toit" angeguckt (Betonung liegt ganz deutlich auf
gucken), den einen oder anderen Boulder gemacht und sind weiter nach 91.1 gezogen. Dort gabs
n paar schöne Highballs im 6. Grad (namentlich Le Grand Dièdre und Le Cure-Dents) und für Jens
ein 7ner Dach zum Austoben. Und obwohl er echt knapp dran war, wollte es nicht ganz klappen.
Sonst gabs eher weniger für uns interessante Boulder, so dass wir uns auf zum dritten Gebiet
an dem Tag gemacht haben: Rocher du Sabots. Ein sehr schönes und schattiges Gebiet bei dem
wir auf jeden Fall noch mal vorbei müssen. Dieses Mal hats nur noch für ne Lehrstunde von zwei
Bleaussaurds (Kommentar während er in der Ruheposition einer 8a hängt: "It's not onsight")
und den sehr schönen Boulder Sphincters Toniques und seiner leichteren Nebenvariante Le Tiroir
gereicht.
Spätestens danach waren wir "eingeklettert", Reibungstritte auf Stecknadelkopf-großen
Unebenheiten hielten, Sloper ebenso. Dennoch spürte man auch die ersten Überbelastungserscheinung,
Schmerzende Ellenbogen, ein Ziehen im Bizeps und vorallem das akute Nicht-Vorhanden sein von
Fingerhaut waren nicht zu vernachlässigen. Dennoch zogen wir weiter hinaus in den Waldspielplatz.
Donnerstag stand 95.2 auf dem Programm, ein komischer Name für ein Gebiet mit eigentlich sehr
schönen Bouldern. Vor allem L'Ange Naif geht einem nicht so schnell aus dem Kopf, und wenns nur
daran liegt, dass man sich seine Finger an der Leiste im Cruxzug geschrottet hat. Allerdings
eine faszinierende Bewegung von der man erst mal denkt, dass das nie im Leben hält. Nicht besonders
schön, aber dafür von Michi im dritten Versuch geklettert ist Fausse Danse 7a.
Freitag kennzeichnete sich besonders durch ein stärker werden der Schmerzen und dadurch, dass wir
eigentlich den ganzen Tag nur an zwei Blöcken saßen. Zuerst am schön struktierten Durox-Block
mit Duroxmanie und der direkten Variante und anschließend am Block mit der ersten 5+ im Wald.
Wer sich auskennt wird es ahnen, wir waren wieder in Cuvier. L'Angle Allain ist mittlerweile
eine Marmorwand mit einer gechalkten Kante und dennoch Kult. Um die Ecke rum gabs noch ne 7a
Platte, die sich uns allerdings nicht mehr ergeben wollte.
Am letzten Tag mussten wir erstmal zu eher unkonventionellen Methoden greifen um das Zelt zu
trocknen bevor wir ein letztes Mal zum gemütlichen Ausbouldern nach Rocher Canon gefahren sind.
Nach einem gemeinschaftlichen Flash von Styrax und ein bisschen rumprobieren und scheitern an
den Ausstiegssloper der benachbarten 6c, ist Michi zum Abschluss mal wieder mit seinem verletzten
Fuß umgeknickt während Jens noch eine sehr interessante und sehr glatt und rund aussehende 6c
gemacht hat deren Name mir leider nicht bekannt ist.

Eigentlich könnte man jeden Monat nach Bleau fahren, es würde nicht langweilig werden und
wahrscheinlich würde man allein vier Wochen brauchen um Bas Cuvier mal komplett gesehen
zu haben... und noch mal n Monat um Rocher du Sabots... von Apremont gar nicht zu sprechen.
wohl gemerkt... gesehen, nicht geklettert...

Aber wir werden immer wieder kommen, vielleicht können wir dann in vielen, vielen Jahren auch
mal sagen, dass wir zumindest mal in jedem Sektor waren.

Builderingtraverse (muskelpeter)
Von eremit - 22.03.2012

(von muskelpeter am 20.03.2012)

Heute wurde der momentan schwierigste Boulder von MD bei top Boulderwetter erstbegangen bzw. erweitert. Die "kleine Biwaktraverse" am Jerichower Platz beginnt jetzt an der Kante von "Narkosehammer" und endet mit "Delta, Bravo, Foxtrott, Tango"

Die geschätzte Schwierigkeit liegt bei fb. trav 7c.

Wiederholer werden wohlwollend begrüßt! Gebt mir bitte vorher Bescheid, dann bringe ich mir einen Liegestuhl mit Cool

Die Aktualisierung wird sicherlich bald bei free-solo.de erfolgen.

Ciau

 P. S.: Mit dieser Nachricht oute ich mich natürlich selber als durchtriebener Konspirant (siehe letzten Beitrag).

Auf zum Atem! (muskelpeter)
Von eremit - 12.03.2012 - 3 Antworten Auf zum Atem! (muskelpeter)

(10.03.2012 von muskelpeter)

Da in Magdeburg offensichtlich eine skrupellose Bande von Boulderern die Kletterszene kaltblütig unterminiert und alle Nachwuchstalente einer Gehirnwäsche unterzieht, müssen endlich Gegenmaßnahmen getroffen werden! Radioactivman und sein treuer Gefährte Falloutboy haben dafür dieses Jahr schon zum dritten Mal die nahen Klettergebiete von Arco aufgesucht, um neue Heldentaten und Maßstäbe zu setzen!

Bestiegen wurde unter anderem die zu Stein gewordene Fleischeslust von Moana Pozzi. Die Route mit Namen „Moana Mon Amour“ im Sektor Mandrea (6c, 7a+, A0, 6b obl., 300 m) lockte mit vollendeten Rundungen! Jedem Kletterfreund werden beim Gedanken an diese perfekte Route die Finger inkontinent! Ja, es war ein Freudenfest der Sinne, ein unbeschreiblicher Ritt durch die Vertikale! Es lockten 12 Seillängen in bestem Fels und bester Absicherung. Dazu ein 6b+ Megaquergang unter einem Riesendach mit anschließendem 7a+ Überhangausstieg!

Weitere nennenswerte Wege waren: Via Nataraj (6c, 6a obl., 11 SL, 300 m), Via Essusiai (VI obl., 7, A0, 13 SL, 300 m), La scuola pitagorica e Hans Dülfer (VII-, VI obl., 8 SL, 240 m), Dall'antistoria alla storia (VII, A0, VI obl., 9 SL, 250 m). Ebenfalls wurde “La fessura dell'Hades” (VII, VI- obl., 8 SL, 200 m) unbarmherzig gesprengt! Mutlose Aspiranten haben bisher lediglich „La fuga dall’Hades“ erklimmen können.

Weitere Taten werden folgen!

Auf zum Atem!

Es gibt die Drei …
Von kackstift - 04.03.2012 - 1 Antworten Es gibt die Drei …

… Musketiere, … Fragezeichen, … Tenöre und … Damen von der Tankstelle.
Jetzt kommen noch die Drei Magdeburger Granit-Steinbeißer dazu.
Am Samstag, bei bestem Sonnenwetter, tauschten wir die abgespeckten Plastikgriffe gegen den 1A- Granit des Okertals. Und so manch Altgenosse wird jetzt die Nase rümpfen, denn wir ließen Gurt und Seil zu Hause und bewaffneten uns stattdessen mit Bouldermatte und Chalkbag.
Nur mal so am Rande, es macht nicht den geringsten Unterschied, ob man seine Kletterausrüstung den gefühlt 50% seilen Aufstieg zu den Studentenklippen hoch schleppt oder das Monster von einem Crashpad auf dem Rücken trägt. Nur dass einen jeder anschaut, als würde man kleine Kinder essen.
Dass Aufwärmen total überbewertet wird, ist ja längst kein Geheimnis mehr und bei gut 14 °C auch nicht nötig. Also gleich ran an die harten Nüsse. Ich hatte am Sektor Sonneneck noch 'ne Rechnung mit dem „Sun Blocker“ 7a offen und direkt daneben bietet der Sternchenboulder „Sonneneck“ 6c gleichermaßen Hochgenuss. Erst dynamisch kleinste Leisten blockieren, dann Sloper pressen. So sieht ein richtiges Boulderfrühstück aus.
Die Erfolge machten uns mutig für höhere Ziele. Und höher ist im doppelten Sinne zu verstehen. An der Schildkröte wagten wir uns an den Topboulder die Gebiets „Fillmore“ 7b. Die ersten Züge waren schnell geknackt, doch dann folgte ein dynamischer Patscher auf Rauhfasertapete. Und als auch diese nach mehreren Versuchen wundersam an Anhangskraft  zulegte, wurden wir leichtsinnig. Und dies wurde je bestraft. Erst knickte Michi bei der Landung mit dem Fuß um und kurz darauf ereilte mich ähnliches Schicksal. Während wir uns die Wunden leckten, war Stephan zu einem Erkundungstrip aufgebrochen und kam mit glänzenden Augen wieder.
Gleich um die Ecke am Piratennest gäbe es ein klasse Dach mit dem Namen „Sturm auf die Burg“ 6a+. Und er hatte nicht zu viel versprochen. Super schöne Züge an, und jetzt kommt der Wermutstropfen, leider etwas nassen Griffen. Doch wir erstürmten die Burg. Auch Stephan saß am Ende am Ausstieg und genoss seine Dosis Erfolgs-Adrenalin, bei einem auf Grund der Verhältnisse eher mit 6b zu bewertenden Boulder.
Für Indianer wie Michi und mich gab es keinen Schmerz, sondern die „Popo-Banane“ 6a. Der Weg sieht aus wie er heißt und und lädt auf den ersten Blick nicht zur Nachahmung ein, entpuppt sich  bei seiner Erklimmung aber als interessantes Problem. Und welcher Indianer will nicht einmal die Popo-Banane … äh, ich schweife ab.
Die Sonne verhieß uns noch 'ne knappe Stunde Boulderzeit, als Stephan wieder leuchtende Auge kriegte und uns zum „Großen Dach“ 5b im Verwunschenen Winkel führte. Eins muss man ihm lassen, er hat ein Auge für geile Routen. Wir haben noch ein Sitzstart dazu definiert und hatten so einen schönen Ausklang für einen gelungenen Tag. (Den humpelnd und rutschenden Abstieg lassen wir mal außen vor.)
Okertal, wir kommen wieder.

Micha

Warum die Ferne konsumieren
Von Christoph - 07.01.2012 - 4 Antworten Warum die Ferne konsumieren

(6.1.2012)

... wenn man sich auch 10 min vom Bett entfernt die Pfoten abfrieren kann?

Nein, wir wollen nicht zur Tourisma & Caravaning. Nein, wie wollen nicht ins Schmetterlingshaus. Gute Frau, wir wollen klettern.

Die Taschen offerierten zwei Seile, ein Paar Schuhe und keine Schokolade. Einige sonnige Minuten währte der Windschatten der grünen Verschneidung und der gipfelnde Doppel-T-Träger war erreicht. Optisch anwesende Hände wünschten sich ein schönes neues Jahr, wohin uns diverse Sturmtiefs auch wehen mögen.

 

Euch auch ein gutes, neues Jahr!

Selbstbeweihräucherung, die 1.
Von Christoph - 16.12.2011 - 1 Antworten

(von Michi_, 16.12.2011)

Nachdem Micha mich so nett drum gebeten hat und jetzt auch die Ergebnislisten online sind, schreib ich halt doch n bisschen was, auch wenn ich eigentlich nicht so Lust drauf hab.

Wir schreiben den 10.12., Samstag morgends, viel zu früh! Ein müder Magdeburger kämpft sich aus seinem Babelsberger Gästebett, stolpert durch die fremde Wohnung und macht sich auf dem Weg die Straßenbahnhaltestelle zu suchen. Wenige Minuten später schon der erste Zwischensprint des Tages, Straßenbahn gerade so noch erreicht und durch die viel zu kalte Morgenluft und den Sprint wenigstens einigermaßen wach. Eine 45-minütige "Irrfahrt" ein Mal quer durch Potsdam später steht er nun auf dem Uni Campus am Golm, der mehr einer Baustelle als einer universitären Einrichtung gleicht. Dementsprechend oft endet die Suche nach der Boulderhalle auch vor einem Bauzaun bevor nach 20 Minuten suchen sich endlich ein ihm bekanntes Auto mit Terence Hill & Bud Spencer Aufkleber auftut. Es konnte nicht mehr weit sein! Die erste Crux des Tages überstanden, die Halle erreicht und von zwei einhalb Autoladungen Magdeburgern begrüßt werden - das kann ein lustiger Tag werden.
Nach und nach füllte sich dann auch die Halle und die erste Golmania konnte beginnen. Es sollte ein gemütlicher und entspannter Bouldertag werden, die gemeinschaftliche Kommunikation stand bei den meisten deutlich im Vordergrund und ließ auch über die kleinen Organisationsprobleme des Premierenwettkampfes ohne Probleme hinweg sehen. Die Boulder waren schön und abwechslungsreich geschraubt und so verging die Quali in einer Mischung aus Bouldern, schwatzen, rumliegen und Bier trinken wie im Fluge. Eigentlich hätte so zu Ende gehen können, schließlich war für Biernachschub gesorgt und auch die Fingerhaut wurde durch die unterschiedlichen Boulderprojekte ausreichend malträtiert. Aber zumindest für Peter, Michi und Katja ging der Plan nicht so ganz auf, mussten sie doch im Finale noch ran. Während die Beiden in die kalte und dunkele Nebenhalle in die Isolation geschickt wurden und sich dort die Zeit mit rumhängen und Pezziball-Fußball vertrieben, konnte es sich der Rest unserer Runde gemütlich machen, weiter Bier trinken und bei den Final-Vorbereitungen zuschauen (Anmerkung: alles Vermutungen, da sich der Author in der dunkeln Nebenhalle befand). Im Finale warteten dann zwei schön geschraubte Boulderprobleme, die bei guter Stimmung im Onsight erklommen werden wollten. Das hat, wie zu warten, nicht ganz so gut wie in der Quali geklappt, aber immerhin zu Platz vier und fünf und einer Flasche Bier als Trostpreis gereicht.
Alles in allem ein schöner, gemütlicher Wettkampf und ich würde mich nicht wundern, wenn wir beim nächsten Mal wieder mit dabei sind. Hier noch mal ein Dankeschön an die Orgas, über die kleinen Problemchen könnt ihr beim zweiten Mal nur noch lächeln =)

Ps: ich würde mich freuen, wenn Alex nen Link zu seinen Bildern postet oder wenn Thorsten sogar ein oder zwei seiner Videos hochlädt. Vielen Dank schon mal ;-)
Pps: Ein paar Bilder und die Ergebnisse gibt es hier: http://www.hochschulsport-potsdam.de/cms/erfolgreicher_erster_boulder_cup_golmania_2011

Beim Blättern im Gipfelbuch...
Von Christoph - 07.10.2011

(von Michi_, 2.10.2011)

...findet man so einiges Interessantes.
So waren wir nicht wenig überrascht, als wir heute auf den Vogelherdklippen im gut versteckten Gipfelbuch blätterten und den Magdeburger Vorzeigeboulderer in für ihn so luftigen Gefilden fanden. Gut, das Datum aus dem Jahr 2003 dämpfte unser Erstaunen etwas - wohl ein Überbleibsel aus längst vergangener Zeit - aber als wir dann beim weiterblättern neben den üblichen Verdächtigen (Herr G.B. und Herr P.M.; genauer müssen wir wohl erst gar nicht werden) ein zweites Mal unseren Freund des Kletterorigamis entdecken konnten - und das im Jahr 2011 (!!) - waren wir erst mal platt.
Bergheil Micha!

Geklettert wurde natürlich auch noch und so konnten an einem wunderbar sonnigen Montag unter anderem dem  Septemberweg, Michas Bambinos und fünf weiteren Wegen eine Begehung  abgerungen. Man könnte fast behaupten, wir seien sternchenfixiert, aber  immerhin einen haben wir noch übrig gelassen. Brauchen wir doch einen Grund in ein paar Jahren wieder im Gipfelbuch zu blättern...